Eins hat unser A-Team mit B.A., Hannibal, Face und Murdock gemeinsam: Problemlösungsorientiertes Handeln. Danach enden allerdings die Gemeinsamkeiten, denn unser Workshop-Team setzt statt Waffengewalt und markigen Sprüchen lieber auf Empathie und einen Austausch auf Augenhöhe, um für mehr Verständnis zwischen Politik und „einfachen BürgerInnen“ zu sorgen.

Stellen wir uns mal vor, eine Politikerin oder ein Politiker hat ein Problem identifiziert und dafür eine Lösung entwickelt. Das zuständige Ministerium arbeitet einen Gesetzentwurf und ein Konzept für die Umsetzung aus und die regierende Mehrheit im Bundestag stimmt dem zu. Das Gesetz wird beschlossen, tritt in Kraft und die darin vorgesehenen Maßnahmen werden umgesetzt. Stellen wir uns nun weiter vor, dass die Politikerin oder der Politiker, der für diese Initiative verantwortlich ist, nach einer Weile feststellen muss, dass die Lösung gar nicht wirklich funktioniert und an der Realität vorbei geht. Eigentlich müssen wir uns das gar nicht vorstellen, denn das passiert sehr regelmäßig tatsächlich. Das ist auch eigentlich gar nicht schlimm: Fail early and often, sagen die DesignThinkerInnen immer. Politik beschließt Prozesse, deren Resultate nicht immer von Anfang an vorauszusehen sind. Das A-Team hat ein Konzept entwickelt, das helfen kann, Missverständnisse und Frustration zu vermeiden.

Wenn PolitikerInnen sich fragen „Was wollen die eigentlich?“ und Menschen, die politische Lösungen erwarten, sich fragen „Was macht die Politik eigentlich?“, dann ist es Zeit, das beide die Perspektive der jeweils anderen Seite einnehmen. Mit dem „Politik trifft Realität“-Jobtausch. Keine Sorge: Ihr müsst keine Angst haben, dass dann ein Gesundheitsminister die Herz-OP eurer Großmutter durchführt oder die Verteidigungsministerin einen Düsenjet steuert. Das Ganze soll eher das Format eines Praktikums haben. Es soll aber schon mehr sein als die Wahlkampf-Aktionen mancher BundestagskandidatInnen, bei denen die mal für einen einzigen Tag einen „normalen“ Job machen. Zudem soll auch jemand aus der Praxis ein z.B. einwöchiges Praktikum in einem Bundestagsbüro oder einem Ministerium machen. Das vergrößert das Verständnis dafür, dass Politik so einfach auch nicht ist, und gibt Raum für Feedback von denen, die tagtäglich mit den politischen Entscheidungen leben müssen.

Es sind natürlich noch ein paar Fragen offen: Zum Beispiel wer mit welchem Verfahren die PolitikerInnen und BürgerInnen aussucht, die ihre Jobs tauschen? Aber die Grundidee ist klar: Mehr Verständnis füreinander entsteht nur, wenn man sich die Mühe macht, sich in die Lage des anderen hinzuversetzen. Das gilt für alle. Denn nur rumzuschreien, dass „die da oben“ alles falsch machen würden ist kein konstruktiver Beitrag.

Ihr findet diese Projektidee super und möchtet mit denen, die sich das ausgedacht haben, in Kontakt treten? Dann kommt in unsere Redesign Democracy Facebook-Gruppe. Dort könnt ihr überlegen, was man aus den tollen Projektideen noch so machen kann. Denn es ist ja wohl klar: Nach dem Workshop ist mitten drin im Engagement!

Über den Autor

Henning Flaskamp ist Geschäftsführer von werk21 Kommunikation, einer Agentur für politische Kommunikation. Für Redesign Democracy kümmert er sich um Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.

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